Der STEP-nach-GLB-Konverter wandelt eine STEP-Datei im Schema AP242 in eine GLB-Datei um. Baugruppenstruktur, Bauteilnamen und die Farbe jedes einzelnen Teils bleiben dabei erhalten.
Das Ergebnis ist eine einzelne Binärdatei, die jeder Browser darstellen kann. Damit lässt sich ein Bauteil auf einer Webseite drehen und zoomen, ohne dass der Betrachter etwas installieren muss.
Was AP242 trägt
STEP nach ISO 10303 kennt mehrere Anwendungsprotokolle. AP242 ist dasjenige, das für diesen Zweck taugt, weil es mehr als nur Flächen enthält:
- den vollständigen Baugruppenbaum mit Verschachtelung
- die Namen aller Bauteile und Unterbaugruppen
- die Farbe je Bauteil, teilweise auch je Fläche
- die Maßeinheit, sauber deklariert
Ein Blick in die Datei zeigt das ohne Umwege. Bei einem zweiteiligen Gabelkopf steht dort:
FILE_SCHEMA(('AP242_MANAGED_MODEL_BASED_3D_ENGINEERING_MIM_LF'));
COLOUR_RGB('', 1.0, 0.278431386, 0.247058824);
COLOUR_RGB('', 0.600000024, 0.600000024, 0.600000024);
Rot und Grau, ausgeschrieben als Zahlenwerte. Die Information liegt vor. Sie muss nur ankommen.
Warum GLB als Zielformat
Für das Web hat sich glTF durchgesetzt, in der binären Fassung GLB. Die Gründe sind praktischer Natur.
Eine Datei enthält Geometrie, Materialien und Szenenbaum zusammen. Nichts kann beim Hochladen verlorengehen oder durch eine Umbenennung ins Leere zeigen. Jedes Mesh trägt sein eigenes Material, der Baum aus AP242 bleibt als verschachtelte Knoten erhalten. Und jeder Browser stellt es ohne Zusatzsoftware dar.
Dazu kommt die Größe. Binär statt Text macht einen erheblichen Unterschied: Ein Gabelkopf, dessen STEP-Datei 42,7 KB misst, wird als GLB 136 KB groß, mit Farben und bei mittlerer Vernetzung.
Der Export
Beim STEP-Export im Dialog das Schema AP242 wählen.
Vorher lohnt ein Blick auf die Facettierung, in Alibre Design unter Datei → Eigenschaften → Anzeige, Abschnitt Facet Resolution. Dieser Wert lässt die STEP-Geometrie unberührt, die bleibt exakt. Er bestimmt, wie fein sie später in Dreiecke zerlegt wird, und damit die Größe des Web-Modells.
Facettierung und Dateigröße
Der Zusammenhang ist unmittelbar. Gemessen an einer Baugruppe mit 299 Teilen, deren STEP-Datei 9,5 MB umfasst:
| Stufe | Dreiecke | GLB |
|---|---|---|
| Grob | 272.903 | 7,77 MB |
| Mittel | 461.248 | 12,13 MB |
| Fein | 1.008.122 | 24,13 MB |
Faktor drei zwischen grob und fein. Für ein Modell, das auf einer Webseite eingebunden wird, ist selbst die grobe Stufe bei dieser Baugruppengröße noch reichlich. Wer eine vollständige Baugruppe in feiner Auflösung ins Netz stellt, zwingt jeden Besucher, 24 Megabyte herunterzuladen.
Bei einem einzelnen Bauteil stellt sich die Frage entspannter. Der zweiteilige Gabelkopf liegt auch bei feiner Vernetzung bei 265 KB.
Die GLB auf einer Webseite einbinden
Damit ein Browser das Modell zeigt, braucht es zwei Dinge: Die GLB-Datei muss vom Server ausgeliefert werden, und eine Bibliothek muss sie darstellen. Wie das Ergebnis aussieht, läuft hier direkt im Beitrag:
Erst prüfen, ob der Server mitspielt. Manche Hoster blockieren unbekannte Dateiendungen. Ein Aufruf im Browser genügt: Führt die Adresse der hochgeladenen GLB zu einem Download statt zu einer Fehlerseite, ist alles in Ordnung. Kommt 403 oder 404, muss die Endung beim Hoster freigeschaltet werden.
Die einfachste Einbindung ist die Web-Komponente model-viewer von Google, Apache-2.0-Lizenz:
<script type="module" src="/pfad/zu/model-viewer.min.js"></script>
<model-viewer src="/pfad/zu/modell.glb"
alt="Gabelkopf mit Kugelgelenk"
camera-controls
auto-rotate
style="width:100%;height:480px">
</model-viewer>
Die Datei model-viewer.min.js sollte selbst auf dem eigenen Server liegen, nicht von einem fremden CDN geladen werden. Sonst überträgt jeder Seitenbesuch die IP-Adresse des Besuchers an einen Dritten, was in Europa eine Rechtsgrundlage braucht. Bezugsquelle ist das npm-Paket @google/model-viewer, gebraucht wird daraus nur dist/model-viewer.min.js, rund 1 MB.
Ein Hinweis zu diesem Bündel: Es enthält drei fest eingetragene Adressen für Decoder, die bei komprimierten Modellen nachgeladen werden. Solange die GLB aus diesem Konverter stammt, wird nichts davon angefordert. Wer sichergehen will, setzt vor dem Script-Tag:
<script>
window.ModelViewerElement = {
dracoDecoderLocation: '/pfad/zu/draco/',
ktx2TranscoderLocation: '/pfad/zu/ktx2/',
};
</script>
In WordPress lässt sich das nicht in einen normalen Absatz schreiben, weil der Editor script entfernt. Drei Wege führen zum Ziel: ein Plugin für glTF-Dateien, ein Custom-HTML-Block in Verbindung mit einem Plugin, das Scripts erlaubt, oder die Modellseite als eigene statische Datei ablegen und mit einem iframe einbinden. Der dritte Weg ist der robusteste, weil er unabhängig vom Editor funktioniert.
Auf der Beispielseite steht der vollständige Quelltext der Einbindung sichtbar zum Kopieren.
Was nicht mitwandert
AP242 kann PMI tragen, also Toleranzangaben, Bemaßung sowie Form- und Lagetoleranzen direkt am Modell. glTF hat dafür kein Feld. Diese Angaben gehen bei der Umwandlung verloren.
Das liegt am Zielformat, nicht am Konverter. glTF beschreibt, wie etwas auf einem Bildschirm aussieht, nicht wie es gefertigt wird. Wer PMI übertragen will, bleibt bei STEP.
Zweiter Punkt: Teile ohne zugewiesene Farbe kommen in neutralem Grau heraus. Bei der oben genannten Baugruppe betraf das über die Hälfte der Teile. Aufgefallen ist es erst beim Blick in die fertige GLB-Datei.
Der Konverter
Das Werkzeug läuft vollständig im Browser. Eine einzelne HTML-Datei, herunterladen, doppelklicken, fertig.
Die Umwandlung findet auf dem eigenen Rechner statt. Es wird nichts hochgeladen und keine Verbindung ins Internet aufgebaut. Wer mag, trennt vor dem Öffnen das Netzwerk und arbeitet unverändert weiter. Für Konstruktionsdaten, die das Haus nicht verlassen dürfen, ist das der entscheidende Punkt.
Bedient wird in drei Schritten: STEP-Datei wählen, Genauigkeit einstellen, umwandeln. Die Vorschau zeigt das Ergebnis mit Farben und Baugruppenbaum, bevor gespeichert wird. In der Teileliste blendet ein Klick auf den Namen ein Teil aus, ein Klick auf das Farbfeld ändert seine Farbe. Wer die Farben im CAD vergessen hat, muss dafür nicht zurück in die Konstruktion. Gespeichert wird wahlweise die GLB-Datei allein oder ein fertiger Viewer zum Verschicken. Die Oberfläche steht auf Deutsch und Englisch zur Verfügung.

Die Grenzen gehören dazu. Die Umwandlung braucht Zeit: Die genannte Baugruppe mit 299 Teilen lief je nach Stufe zwischen 12 und 19 Sekunden, in dieser Zeit reagiert die Oberfläche träge. Sehr große Baugruppen können den Speicher des Browsers erschöpfen. Ausgelegt ist das Werkzeug auf einzelne Bauteile und mittlere Baugruppen.
Das Modell verschicken
Neben der GLB-Datei kann der Konverter eine fertige Viewer-Datei erzeugen. Ein Klick auf „Viewer speichern" packt drei Dinge in ein ZIP: eine HTML-Datei mit eingebettetem Modell, die GLB selbst und eine kurze Anleitung.
Der Empfänger entpackt und klickt doppelt. Es öffnet sich der Browser mit dem drehbaren Modell, samt Teileliste und Abmessungen. Nichts wird installiert, nichts aus dem Internet geladen, und ein Netzwerk braucht es auch nicht.
Ein Punkt, der beim Versand an Dritte zählt: Eine GLB enthält nur die vernetzte Oberfläche, also Dreiecke. Die exakte Geometrie mit Flächen, Kanten und Konstruktionsabsicht bleibt in der STEP-Datei zurück. Wer eine GLB erhält, kann das Teil ansehen und drehen, aber nicht ohne Weiteres als bearbeitbares CAD-Modell weiterverwenden. Für Angebote, Abstimmungen und Vorabmuster ist das der passendere Weg als eine STEP-Datei.
Für den Gabelkopf aus diesem Beitrag misst das ZIP 540 KB. Das geht durch jeden Mailserver, der Anhänge in dieser Größenordnung zulässt. Als reine HTML-Datei wären es 1,1 MB, und viele Mailserver lehnen HTML im Anhang grundsätzlich ab.
Zum Ansehen ohne eigene Umwandlung: gabelkopf-viewer.zip (540 KB). Genau so kommt die Datei beim Empfänger an.
Lizenzen
Für das Einlesen der STEP-Datei kommt Open CASCADE Technology zum Einsatz, eingebunden über occt-import-js, beides unter LGPL-2.1. Anzeige und Ausgabe übernimmt three.js unter MIT-Lizenz.
Die vollständigen Lizenztexte stehen im Werkzeug selbst, der Quellcode ist von dort verlinkt. Keine Nachverfolgung, keine Schriften von fremden Servern, keine externen Adressen.
Änderungen
1.1 – 14. August 2026 Viewer zum Verschicken als ZIP. Teile lassen sich in der Vorschau ausblenden. Farben lassen sich nachträglich ändern und auf die Werte aus der STEP-Datei zurücksetzen.
1.0 – 13. August 2026 Erste Fassung: STEP AP242 nach GLB, vier Genauigkeitsstufen, Vorschau mit Baugruppenbaum.