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Winkelstahl (L-Profile): Maße, Normen und Werkstoffe im Überblick

Winkelstahl (L-Profile): Maße, Normen und Werkstoffe im Überblick
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Winkelstahl – im Handel auch L-Profil oder Stahlwinkel genannt – gehört zu den meistverwendeten Halbzeugen im Stahl- und Metallbau. Rahmen, Aussteifungen, Konsolen, Auflager: Das L-Profil taucht überall dort auf, wo mit wenig Querschnitt viel Steifigkeit erreicht werden soll. Dieser Beitrag fasst die für den deutschsprachigen Raum geltenden Normen, die Bezeichnungssystematik, die Gewichte der gängigen Profile und die Werkstoffauswahl zusammen.

Hinweis vorweg: Dieser Text richtet sich an den DACH-Raum und nutzt durchgehend metrische Maße und europäische Normen (EN/DIN EN). US-Quellen arbeiten mit Zoll-Maßen und ASTM-Normen; diese sind hier nicht anwendbar.

Welche Normen gelten

Für warmgewalzte Winkel aus Baustahl sind im DACH-Raum vier Normenbereiche relevant. Die Maße und die Toleranzen sind dabei in getrennten Normen geregelt – das ist ein Unterschied zur früheren deutschen Systematik (DIN 1028 für gleichschenklige, DIN 1029 für ungleichschenklige Winkel), die beides je Profilform zusammenfasste.

GegenstandNorm (Stand)Inhalt
MaßeDIN EN 10056-1:2017-06Nennmaße warmgewalzter gleich- und ungleichschenkliger Winkel
ToleranzenDIN EN 10056-2:1993 (DE-Fassung 1994-03)Grenzabmaße, Formtoleranzen, Grenzabweichungen der Masse
Werkstoff (unlegierter Baustahl)EN 10025-2Technische Lieferbedingungen, z. B. S235JR, S355J2
Werkstoff (nichtrostend)EN 10088Edelstahl-Sorten, z. B. 1.4301, 1.4401

Zwei Punkte sind wichtig:

  • EN 10056-1 gilt ausdrücklich nur für warmgewalzte Winkel und nicht für nichtrostende Stähle. Edelstahlwinkel werden in der Praxis zwar oft nach denselben Maßtabellen geliefert, formal greifen dort aber die Edelstahl-Normen (EN 10088). Das ist eine gesicherte Normaussage, keine Auslegung.
  • Die in diesem Beitrag genannten Norm-Ausgabejahre sind zu prüfen. Verifiziert sind EN 10056-1:2017-06 und EN 10056-2:1993. Bei EN 10025 und EN 10088 sollten Sie vor einer verbindlichen Bestellung die aktuell gültige Ausgabe beim Lieferanten oder im DIN-Katalog abgleichen.

Kurz zur Geschichte

Vor dem Stahlzeitalter wurde Schmiedeeisen für Brücken-, Schiffs- und Gebäuderahmen verwendet; Winkel wurden geschmiedet und waren in der Schenkellänge oft ungleichmäßig. Das Bessemer-Verfahren (1856) senkte die Kosten der Stahlerzeugung und machte sie gleichmäßiger. Ab den 1870er-Jahren entstanden warmgewalzte L-Profile in standardisierter Form, zunächst vor allem für Eisenbahnbrücken, Schiffsrümpfe und Industriegerüste.

(Anmerkung: In US-Texten findet sich häufig die Angabe „mid-1800s", die in maschinellen Übersetzungen gelegentlich falsch als „Mitte des 18. Jahrhunderts" wiedergegeben wird. Bessemer ist Mitte des 19. Jahrhunderts einzuordnen.)

Bezeichnung und Aufbau

Ein Winkelprofil wird über drei Maße beschrieben, jeweils in Millimeter:

  1. Schenkelbreite a – Breite des ersten Schenkels
  2. Schenkelbreite b – Breite des zweiten Schenkels (bei gleichschenkligen Winkeln gilt a = b)
  3. Dicke t – Materialstärke

Die genormte Kurzbezeichnung beginnt mit dem Kennbuchstaben L, gefolgt von den Maßen, zum Beispiel:

L 50 × 50 × 5
L 100 × 50 × 8   (ungleichschenklig)

Hinzu kommen zwei Rundungsradien, die für Konstruktion und CAD relevant sind: der Übergangsradius an der Innenecke (in den Normtabellen meist als Wurzelradius geführt) und der kleinere Kantenradius an den Schenkelenden. Wer ein Profil maßhaltig in CAD nachbildet, sollte diese Radien aus der Tabelle der jeweiligen Größe übernehmen und nicht mit scharfen 90°-Ecken modellieren – sonst stimmen Querschnittsfläche und Masse nicht.

Gleichschenklig oder ungleichschenklig

Gleichschenklig (a = b). Symmetrischer Querschnitt, gleichmäßige Lastaufnahme um beide Schenkelachsen. Geeignet für Rahmen, Regale und Schweißkonstruktionen, bei denen die Belastung aus mehreren Richtungen kommt oder die Einbaulage nicht festgelegt ist.

Ungleichschenklig (a ≠ b). Ein Schenkel ist länger. Das vergrößert das Trägheitsmoment um die zugehörige Achse und erhöht damit die Biegesteifigkeit in einer bevorzugten Richtung. Sinnvoll, wenn die Lastrichtung bekannt ist und man den längeren Schenkel gezielt dorthin legt, etwa senkrecht zur erwarteten Biegung. Typisch in Fachwerken, Verstärkungen und überall dort, wo ein symmetrisches Profil unnötig schwer wäre.

Der Unterschied ist also nicht nur geometrisch. Bei gezielter Ausrichtung kann ein ungleichschenkliges Profil in der maßgebenden Richtung steifer sein als ein schwereres gleichschenkliges – das ist der eigentliche Konstruktionsvorteil.

Gewichtstabellen

Die folgenden Werte sind theoretische Gewichte aus Lieferanten-Datenblättern mit Normbezug (DIN EN 10056-1 / -2) und mit der Normdichte 7,85 kg/dm³ berechnet. Reale Werte schwanken werks- und chargenabhängig im Rahmen der Toleranzen.

Gleichschenklige Winkel (Auswahl gängiger Größen)

Bezeichnunga (mm)t (mm)r₁ innen (mm)r₂ außen (mm)Gewicht (kg/m)
L 35 × 35 × 43545,02,52,09
L 35 × 35 × 53555,02,52,57
L 40 × 40 × 44046,03,02,42
L 40 × 40 × 54056,03,02,97
L 40 × 40 × 64066,03,03,52
L 45 × 45 × 54557,03,53,38
L 50 × 50 × 55057,03,53,77
L 50 × 50 × 65067,03,54,47
L 50 × 50 × 75077,03,55,15
L 50 × 50 × 85087,03,55,82
L 60 × 60 × 56058,04,04,57
L 60 × 60 × 66068,04,05,42
L 60 × 60 × 76078,04,06,26

Ungleichschenklige Winkel (gegen ArcelorMittal geprüfte Auswahl)

Bezeichnung als L h × b × t, wobei h der längere und b der kürzere Schenkel ist. r₁ = Innenradius (Wurzel), r₂ = Kantenradius (Schenkelenden). Werte nach DIN EN 10056-1:2017-06.

Bezeichnungh (mm)b (mm)t (mm)r₁ innen (mm)r₂ außen (mm)Gewicht (kg/m)
L 30 × 20 × 3302034,02,01,12
L 30 × 20 × 4302044,02,01,46
L 40 × 20 × 4402044,02,01,77
L 40 × 25 × 4402544,02,01,93
L 45 × 30 × 4453044,52,252,25
L 50 × 30 × 5503055,02,52,97
L 60 × 30 × 5603056,03,03,36
L 60 × 40 × 5604056,03,03,76
L 60 × 40 × 6604066,03,04,46
L 65 × 50 × 5655056,03,04,35
L 70 × 50 × 6705067,03,55,41
L 75 × 50 × 6755067,03,55,64
L 75 × 50 × 8755087,03,57,39
L 80 × 40 × 6804067,03,55,41
L 80 × 40 × 8804087,03,57,07
L 80 × 60 × 7806078,04,07,36
L 100 × 50 × 61005068,04,06,84
L 100 × 50 × 81005088,04,08,95
L 100 × 65 × 710065710,05,08,79
L 100 × 65 × 810065810,05,09,97
L 100 × 65 × 10100651010,05,012,25
L 100 × 75 × 810075810,05,010,60
L 100 × 75 × 10100751010,05,013,03
L 100 × 75 × 12100751210,05,015,46
L 120 × 80 × 812080811,05,512,17
L 120 × 80 × 10120801011,05,514,99
L 120 × 80 × 12120801211,05,517,82
L 125 × 75 × 812575811,05,512,17
L 125 × 75 × 10125751011,05,514,99
L 125 × 75 × 12125751211,05,517,82
L 135 × 65 × 813565811,05,512,17
L 135 × 65 × 10135651011,05,514,99
L 150 × 90 × 10150901012,06,018,21
L 150 × 90 × 12150901212,06,021,59
L 150 × 90 × 15150901512,06,026,61
L 150 × 100 × 101501001012,06,019,00
L 150 × 100 × 121501001212,06,022,53
L 200 × 100 × 102001001015,07,522,92
L 200 × 100 × 122001001215,07,527,32
L 200 × 100 × 152001001515,07,533,76
L 200 × 150 × 122001501215,07,532,03
L 200 × 150 × 152001501515,07,539,64

Auch hier gilt r₂ = r₁ / 2. Die statischen Werte (I, W, Schwerachsenabstände eᵧ, e_z) sind nicht aufgeführt; sie stehen in Tabelle 2 der Norm und in den Querschnittswert-Tabellen der Stahlhändler.

Hinweis zur Datenprüfung: Massen und Radien wurden gegen mehrere unabhängige Quellen nach EN 10056-1 abgeglichen (Querschnittstabellen mit Normbezug, eine zweite EN-10056-1-Tabelle, der ArcelorMittal-2018-Datensatz sowie ein 3D-Katalogteil). Der Radius von L 60×30 wurde am realen Katalogteil bestätigt (6,0/3,0). Aufgenommen sind nur Profile, deren Maße und Radien gegen eine nachprüfbare Quelle belegbar sind. Nicht eindeutig belegbare Profile (etwa L 150×75, das im ArcelorMittal-Programm nicht geführt wird und dessen Radius zwischen Tabellenquellen abweicht) sind bewusst nicht enthalten; Sondermaße lassen sich bei Bedarf eigenständig ableiten.

Innen- und Kantenradien gleichschenkliger Winkel (für CAD und Passungen)

Warmgewalzte Winkel haben zwei genormte Radien, die in EN 10056-1 für jede Größe festgelegt sind:

  • r₁ – Innenradius (Wurzel/Übergang): die Ausrundung an der Innenecke des L
  • r₂ – Kantenradius (Schenkelenden): die Abrundung an den Schenkelspitzen

Es gilt durchgängig r₂ = r₁ / 2. Die statischen Werte in den Normtabellen sind mit diesem Verhältnis gerechnet. Bei gleichschenkligen Winkeln hängen beide Radien nur von der Schenkelbreite a ab, nicht von der Materialdicke t – ein 50 × 50 × 5 und ein 50 × 50 × 8 haben denselben Innenradius. Bei ungleichschenkligen Winkeln gilt diese Vereinfachung nicht; deren Radien sind in der vollständigen Maßtabelle oben je Profil aufgeführt.

Schenkelbreite a (mm)r₁ innen (mm)r₂ außen (mm)
203,51,8
253,51,8
305,02,5
355,02,5
406,03,0
457,03,5
507,03,5
608,04,0
659,04,5
709,04,5
759,04,5
8010,05,0
9011,05,5
10012,06,0
12013,06,5
13014,07,0
15016,08,0
16017,08,5
18018,09,0
20018,09,0
25018,09,0

Hinweis zur Symbolik: EN 10056-1 bezeichnet den Innenradius mit r₁ und den Kantenradius mit r₂. Einige Querschnittstabellen vertauschen die Indizes oder schreiben r und r₁; im Zweifel auf die Beschreibung (innen/außen) achten, nicht auf den Index.

CAD-Konsequenz: Wer ein warmgewalztes Profil maßhaltig modelliert, setzt den Innenradius r₁ an der Wurzel und den Kantenradius r₂ an beiden Schenkelenden. Mit scharfen 90°-Ecken modelliert, weicht die Querschnittsfläche und damit Masse und statische Kennwerte vom Normprofil ab. Kaltgeformte Winkel haben dagegen einen deutlich kleineren Innenradius (abhängig vom Biegewerkzeug, nicht nach EN 10056-1) und an den Schenkelenden meist scharfe Schnittkanten – dort gilt diese Tabelle nicht.

Überschlagsformel

Wer ein nicht tabelliertes Profil grob abschätzen will, kann rechnen:

Masse [kg/m] ≈ 0,00785 × (a + b − t) × t      (a, b, t in mm)

Beispiel L 50 × 50 × 5: 0,00785 × (50 + 50 − 5) × 5 = 3,73 kg/m.

Die Tabelle weist 3,77 kg/m aus. Die Formel unterschätzt den realen Wert leicht, weil sie die Rundungsradien ignoriert: Der Innenradius fügt im Eckbereich mehr Material hinzu, als die abgerundeten Schenkelenden wegnehmen. Für eine Tragwerksberechnung gehören deshalb die Tabellenwerte verwendet, nicht die Formel.

Werkstoffe und Sorten

SorteNormTypTypische Verwendung
S235JREN 10025-2Unlegierter BaustahlAllgemeiner Stahlbau, gut schweißbar
S355J2EN 10025-2Unlegierter Baustahl, höhere FestigkeitTragende Konstruktionen, höhere Lasten
1.4301 (X5CrNi18-10)EN 10088NichtrostendInnenbereich, leicht korrosive Umgebung
1.4401 (X5CrNiMo17-12-2)EN 10088Nichtrostend, molybdänlegiertKüsten-, Schwimmbad-, Chemieumgebung

Ergänzend:

  • S235JR ist die im Handel am häufigsten lagernde Sorte für Winkelstahl (früher St 37-2 bzw. S235JRG2). Wirtschaftlich, gut zu schweißen und zu bohren.
  • S355J2 hat eine höhere Streckgrenze und ist für höher beanspruchte Tragwerke gebräuchlich.
  • 1.4301 deckt den allgemeinen Edelstahlbedarf ab; 1.4401 mit Molybdänzusatz ist für maritime oder chemisch belastete Umgebungen vorzuziehen.
  • Feuerverzinkung ist keine eigene Stahlsorte, sondern eine Zinkschicht auf Baustahl (S235/S355) und wird nach EN ISO 1461 aufgebracht. Sie schützt vor Korrosion, erhöht aber Zugfestigkeit und Streckgrenze nicht. Die Tragfähigkeit hängt allein vom Grundwerkstoff ab.

Beispiel für eine Außenanwendung an der Küste: Baustahl S235 mit Feuerverzinkung nach EN ISO 1461 verbindet ausreichende Festigkeit mit Korrosionsschutz; wo die Optik oder eine besonders aggressive Umgebung es verlangt, ist Edelstahl 1.4401 die Alternative.

Annahme/Praxis-Hinweis, keine Norm-Äquivalenz: US-Texte nennen ASTM A36 und A992. In der Praxis wird A36 grob mit S235 und A992 grob mit S355 verglichen. Chemisch und mechanisch sind diese Sorten nicht deckungsgleich. Eine Gleichsetzung in einer Bestellung oder Statik ist unzulässig; maßgeblich ist die jeweils genormte europäische Sorte. (A992 ist im US-Normwerk zudem primär für Walzträger gedacht, nicht für Winkel.)

Toleranzen und Eingangskontrolle

Nach EN 10056-2 sind unter anderem folgende Grenzabmaße üblich (Werte aus Lieferanten-Datenblättern mit Normbezug; im Zweifel die Norm selbst heranziehen):

  • Schenkelbreite: bis 50 mm ± 1,0 mm; bis 100 mm ± 2,0 mm; bis 150 mm ± 3,0 mm; bis 200 mm ± 4,0 mm
  • Schenkeldicke: bis 5 mm ± 0,5 mm; bis 10 mm ± 0,75 mm
  • Geradheit und Winkligkeit: in der Norm gesondert geregelt; bei maßkritischen Passungen die Maßzeichnung des Lieferanten prüfen

Bei der Anlieferung sinnvoll zu prüfen: Schenkelbreiten und Dicke gegen die Toleranz, Oberfläche auf Walzzunder, Rost oder Lochfraß, sowie Geradheit über die Stablänge.

Warmgewalzt oder kaltgeformt

Der sichtbarste Unterschied ist die Innenecke.

Warmgewalzt. Der Stahl wird über die Rekristallisationstemperatur erhitzt und durch Walzen mit gerundeten Profilrillen geformt. Bei dieser Temperatur lässt sich keine scharfe Innenecke erzeugen; es entsteht ein Übergangsradius (Verrundung). Dieser Radius ist kein Mangel: Er reduziert die Spannungskonzentration in der Ecke und ist beim Schweißen von Vorteil. Aus demselben Grund sind auch die Außenkanten warmgewalzter Profile leicht abgerundet – das ist eine Folge der Walzgeometrie, die Querschnittsfläche bleibt innerhalb der Toleranz. Der überwiegende Teil des Konstruktionswinkelstahls ist warmgewalzt; EN 10056-1 bezieht sich ausschließlich auf diese Erzeugnisform.

Kaltgeformt. Flachblech oder Bandstahl wird bei Raumtemperatur über eine Abkantpresse oder einen Rollformer gebogen. Der Biegeradius ist kleiner, die Innenecke wirkt fast scharf, die Maße sind enger und die Optik gleichmäßiger. Kaltgeformte Winkel werden bevorzugt für Halterungen, Gehäuse, architektonische Details und leichte Konstruktionen verwendet, bei denen saubere Kanten wichtiger sind als maximale Tragfähigkeit.

Konstruktionshinweis: Wenn ein Gegenstück bündig in die Innenecke eines warmgewalzten Winkels passen soll, muss der Übergangsradius berücksichtigt werden – meist über eine Fase oder ein kleines Freimaß am Gegenstück.

Auswahl für ein konkretes Projekt

Die Auswahl folgt im Wesentlichen vier Kriterien:

  1. Last und Beanspruchung – höhere Lasten erfordern größeren Querschnitt und/oder höhere Festigkeit (S355 statt S235). Maßgebend ist die Berechnung, nicht das Gefühl.
  2. Umgebung – im Außenbereich, in feuchter oder korrosiver Umgebung feuerverzinkten Baustahl oder Edelstahl wählen.
  3. Verarbeitung – unlegierter Baustahl ist am einfachsten zu schweißen und zu bohren.
  4. Einbaulage – bei ungleichschenkligen Profilen den längeren Schenkel in die maßgebende Lastrichtung legen.

Verarbeitung: drei Praxispunkte

  • Schweißen verzinkter Winkel: Die Zinkschicht muss in der Schweißzone abgeschliffen werden, sonst entstehen gesundheitsschädliche Zinkdämpfe und schlechte Nahtdurchdringung. Nach dem Schweißen den Bereich mit Zinkstaubfarbe oder Zinkspray nachbessern. Bei Schweißarbeiten an verzinktem Material gelten die einschlägigen Arbeitsschutz- und Absaugvorgaben (in Deutschland u. a. die TRGS-Regelwerke); das ist eine Pflicht des Ausführenden, kein optionaler Hinweis.
  • Bohren und Sägen: HSS- oder Kobaltbohrer für Baustahl, Hartmetall für Edelstahl, mit Kühl-/Schmiermittel gegen Überhitzung. Trennen mit Band-, Kapp- oder Plasmaschnitt.
  • Rost: Oberflächenrost ist meist nur optisch. Lochfraß dagegen verringert die Querschnittsfläche und damit die Tragfähigkeit. Strahlen, Grundieren oder Verzinken beugt langfristiger Schädigung vor.

Lagerlängen

Übliche Lagerlängen im metrischen Handel sind 6 m, teils auch 12 m. Viele Händler schneiden gegen Aufpreis auf Wunschlänge zu. Der Versand von Langgut ist oft auf bestimmte Längen begrenzt (häufig bis 3 m), darüber teils nur Selbstabholung – das ist lieferantenabhängig zu klären.


Verwendete Normen (Zusammenstellung)

  • DIN EN 10056-1:2017-06 – Gleichschenklige und ungleichschenklige Winkel aus Stahl, Teil 1: Maße
  • DIN EN 10056-2:1993 (DE-Fassung 1994-03) – Teil 2: Grenzabmaße und Formtoleranzen
  • EN 10025-2 – Warmgewalzte Erzeugnisse aus Baustählen, unlegierte Baustähle (S235, S355 u. a.)
  • EN 10088 – Nichtrostende Stähle
  • EN ISO 1461 – Durch Feuerverzinken aufgebrachte Zinküberzüge

Vorgänger der Maßnormen waren DIN 1028 (gleichschenklig) und DIN 1029 (ungleichschenklig).

Stand: 31.05.2026. Norm-Ausgabejahre und Tabellenwerte vor verbindlicher Verwendung beim Lieferanten oder im DIN-Katalog abgleichen.

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